Born to run - die drei besten Rennpferde der Welt
Manchmal werden Rennpferde geboren, die so schnell laufen, dass sie fast jedes Pferderennen völlig dominieren. Für Liebhaber von Sportwetten und Kenner der Pferderennszene, ist der Name dieser Pferde auch viele Jahre nach dem Tod der Tiere noch ein Begriff. Um das Leben und die läuferischen Qualitäten dieser Tiere ranken sich Legenden, die die Tiere selbst unsterblich machen. Schnell sind alle Pferde. Und einige Pferde sind noch schneller - und rennen der Zeit davon.
Zu den großen Ausnahmepferden dieser Welt zählt ohne Zweifel die 1874 in Ungarn geborene Stute Kincsem. Sie siegte innerhalb von vier Jahren ohne Ausnahme bei jedem der 54 Pferderennen, bei denen sie antrat. Wohl dem, der sich diese Siegessträhne bei Pferdewetten zunutze machen konnte. Glaubt man den Legenden, dann war Kincsem eine echte Diva: Sie fraß nur Hafer aus der Region, der sie entstammte, und trank auch nur Wasser ihrer Heimat oder Wasser, das zumindest ähnlich schmeckte. Es schien so, als sei sich die Stute ihrer herausragenden Stellung in der Pferdewelt sehr bewußt. Kincsem fuhr, so sagt man, liebend gerne Eisenbahn und ließ sich nur sehr selten aus der Ruhe bringen. Das mag eine Quelle ihrer Überlegenheit gewesen sein. Die Diva war liebenswert. Bei einer der Eisenbahnfahrten soll sie ihrem frierenden Pfleger ihre eigene Decke gegeben haben. Ihren Pfleger liebte sie ebenso wie jene Katze, die sie stets auf ihren Reisen begleitete. Sein Renndebüt hatte dieses Ausnahmepferd 1876 in Berlin Hoppegarten, elf Jahre später starb es nach einer höchst außergewöhnlichen Karriere als Rennpferd. Kincsem verhalf den Pferdewetten bereits Ende des letzten 18. Jahrhunderts zu neuer Popularität.
Die amerikanischen Pferdewetten Liebhaber lieben Man o War. Der Hengst wurde 1917 in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren. Groß wurde er, ein Hengst mit langen Beinen, auch äußerlich erkennbar als ein ganz besonderes Pferd. Im Jahr 1919 begann seine Laufbahn als Rennpferd bei Pferderennwetten. Schnell zeigte der Hengst seine Klasse und gewann in jener Saison neun seiner zehn Rennen. Die Legende Man o War begann zu leben. Der Hengst bekam den Ruf, bei Pferderennen fast unbesiegbar zu sein. In vielen Pferderennen des Jahres 1920 trauten sich kaum mehr als zwei, drei Pferde gegen das Ausnahmetier anzutreten. Die Überlegenheit wirkte sich allerdings negativ auf die Wettquoten aus. In Pferderennen, an denen der Hengst teilnahm, wollte niemand mehr auf andere Pferde wetten. Auch sehr gute Pferde, die als ernsthafte Konkurrenz für Man o War galten, mußten sich geschlagen geben. Etwa die Pferde Sir Barton oder John P. Grier. Man zwang Man o War bald Gewichte auf, die für größere Chancengleichheit bei den Pferderennen sorgen sollten. Auch das war vergeblich. Man o War siegte und siegte. Seine Popularität wurde nahezu grenzenlos, seine Bekanntheit nahm bei Pferdewettliebhabern auf der ganzen Welt zu.
Auch nach seiner aktiven Zeit zog er die Menschen an, nicht nur die ehemaligen Wettmillionäre, denen er zu hohen Gewinnen verholfen hatte. Zwischen 1,5 Millionen und drei Millionen Menschen kamen damals, nur um ihn zu sehen. Eine besondere Zuneigung verband den Hengst mit Willi Harbut, der als PR-Kraft den Rummel um Man o War auch nach dessen aktiver Laufbahn aufrecht erhielt. Als Harbut 1947 starb, überlebte ihn Man o War nur um wenige Wochen. Nur manche mögen das Zufall nennen.
Zu den besten Rennpferden der Welt zählt auch das englische Pferd Eclipse. Eclipse wurde bereits 1764 während einer Sonnenfinsternis geboren, wodurch der Hengst seinen Namen bekam. Insgesamt 18-mal startete das Pferd bei Rennen und verlor nicht eins davon. Oft ließ es die Konkurrenz dabei ganz weit hinter sich. Der Hengst stellte einige Weltrekorde auf und war viel zu stark für seine Gegner. Ab 1871 wollte deshalb niemand mehr gegen Eclipse wetten. Die Rennen mit einer Teilnahme von Eclipse waren sinnlos geworden. Das bedeutete das Ende der aktiven Laufbahn des Hengstes als Rennpferd, Eclipse lebte fortan als Zuchtpferd und starb 1789.


