Die Auswirkungen von Wettbetrug auf den deutschen Markt für Sportwetten
Der Betrugsfall rund um den Schiedsrichter Robert Hoyzer im deutschen Fußball scheint dem Markt für Sportwetten nicht geschadet zu haben. Vielmehr - so sehen es Experten - hat er das Thema "Sportwetten" zeitweise ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt und damit geradezu einen Boom ausgelöst. Aber Verbraucher sind sensible Wesen und das Image des deutschen Sports leidet in jedem Fall. Der scheinbare Sieg der Anbieter von Sportwetten sollte also nicht zu groß gefeiert werden.
Auf den privaten Wettanbieter Bwin scheinen die Skandale rund um Betrug im deutschen Fußball nicht negativ gewirkt zu haben. Vom Jahr 2004 bis zum Jahr 2005, so ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 28. März 2006, konnte der Sportwetten Anbieter seine Bruttoeinnahmen für alle Wetten fast verdreifachen und erwirtschaftete dabei einen Nettogewinn von 2,25 Millionen Euro. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in der Bundesrepublik Deutschland wird wohl einen weiteren Schub im Markt für Sportwetten bringen.
Experten wie Hartmut Schultz von Bwin und der Sportjournalist Erich Laaser, gehen jedenfalls von einer positiven Wirkung der Wettskandale auf den Markt aus. Erich Laaser nennt den Fall Robert Hoyzer in einem Interview des Online-Medienportals Medienhandbuch.de als Ursache für "einen Boom im Sportwettbusiness". Und für Hartmut Schulz gewann das Sportwettengeschäft durch den Skandal an öffentlicher Aufmerksamkeit, die sich positiv auf die Umsatzentwicklung auswirkte. Dennoch fordert er - ebenfalls in einem Interview mit Medienhandbuch.de - Reaktionen der Wettanbieter auf die Betrugsfälle. Er fordert Mindeststandards zum Schutz vor Wettbetrug, beispielsweise anonyme Wetten nicht zuzulassen und Insider wie Fußball-Schiedsrichter vom Wetten auszuschließen. Nicht ganz uneigennützig verweist er dabei auf die Praxis von Bwin. Der Sportwetten Anbieter verlangt von Kunden eine Legitimation, etwa durch überprüfbare Daten des Personalausweises.
Mögen die Wettskandale auch tatsächlich kurzfristig eine Umsatzsteigerung bei einigen Wett-Anbietern gebracht haben, dem Ansehen des deutschen Fußballs haben sie mit Sicherheit geschadet. Und eine gesunde Sportkultur in der Bundesrepublik Deutschland bleibt letztlich auch der Nährboden für einen wachsenden Markt für Sportwetten: Diesen Boden sollte man nicht vergiften.


