Die Zukunft von Bwin Poker
Wer ab und an in dieses Blog rein schaut, wird vielleicht mitbekommen haben, dass ich bei Bwin in Stockholm arbeite bzw. gearbeitet habe. In Schweden lässt Bwin alles entwickeln, was mit Poker zu tun hat. Die Firma war vorher als Ongame Network bekannt und wird in Zukunft wohl auch wieder so heißen. Nach dem Zusammenschluss mit Party Gaming war nämlich ziemlich schnell klar, dass Ongame auf der Abschussliste bzw. zum Verkauf steht. Bwin wird irgendwann das Ongame Network verlassen und zusammen mit Party Gaming als Standalone B2C Pokeranbieter weitermachen. Dieser Schritt erscheint logisch, da sich so höhere Gewinne erzielen lassen. Als Operator in einem Poker Netzwerk wie dem Ongame Network, wird ein großer Teil des Geldes von Spielern anderer Anbieter wie Betfair oder Betsson abgezogen. Da die Pokerspieler die über Bwin Poker spielen bekanntermaßen nicht die besten Poker Spieler im Internet sind, geht dem Anbieter über das Netzwerk mehr Geld durch die Lappen als Bwin langfristig lieb sein kann. Ein netter Nebeneffekt ist, dass durch den Zusammenschluss mit Party Gaming der eindeutig drittgrößte Pokeranbieter entsteht. Lediglich Full Tilt Poker und Pokerstars sind noch größer. Party Poker war zwar bereits auf Platz 3, das iPoker Netzwerk kam jedoch immer näher.
Wie geht es also aller Voraussicht nach weiter? Ich gehe davon aus das Bwin Poker das Ongame Network 2011 verlassen und alle seine Spieler mitnehmen wird. Dadurch wird das Netzwerk erheblich geschwächt werden, denn Bwin ist dort der größte Poker Operator. Das wiederum kann einen unerwünschten Domino Effekt haben, da der zweitgrößte Operator Betfair hauptsächlich wegen Bwin an Bord gekommen ist. Ongame steht also recht stark unter Druck neue Anbieter für das Netzwerk zu finden, um den Verlust von Bwin zu kompensieren und das Netzwerk für die verbleibenden Poker Anbieter weiterhin attraktiv zu halten. Darüber hinaus erschwerend ist das Abwandern vieler Ongame Mitarbeiter, besonders aus dem Bereich Software Entwicklung. Sehr viele meiner Kollegen haben wie ich die Firma verlassen, seit bekannt wurde das Bwin nicht weiter mit Ongame plant. Für mich persönlich hat Ongame einfach keine Perspektive geboten, sowohl in persönlicher Weiterentwicklung als Software Entwickler, als auch finanziell. In der IT-Boom Town Stockholm ist der Weg zum nächsten Arbeitgeber im Online Gaming Bereich keine 200 Meter weit entfernt. Software Entwickler, sogar die Schlechten, finden ohne Probleme einen neuen Job. Bleibt zu hoffen, dass Ongame das Ruder noch rum reißen kann. Mit dieser Abwanderungsrate wird es irgendwann schwierig, ein problemfreies Pokernetzwerk zu unterhalten. Von der Entwicklung neuer Features ganz zu schweigen.
Bwin.party auf der anderen Seite wird auch zu kämpfen haben. Zunächst einmal wird sich die Anzahl der Spieler von Bwin und Party Poker nicht verdoppeln. Viele Spiele besaßen vorher einen Account bei beiden Anbietern. Dazu kommt, dass bei einem Zusammenschluss auch viele Spieler abspringen. Entweder weil sie keine Lust haben, gegen die Bwin.party Hochzeit sind oder es einfach nicht hinkriegen der Umwandlung ihres alten Account zuzustimmen. Danach wird es sicherlich viele technische Probleme geben, da hier zwei ehemals unabhängige Pokersysteme miteinander verschmolzen werden. Da Party Poker seine IT-Entwicklung in Indien zu sitzen hat, muss sich Bwin auch hier umstellen, schon allein wegen der Zeitzone, der Verständigung etc. Wenn bisher in Wien die Luft brannte, weil mal wieder irgendwas mit dem Ongame Network nicht funktioniert hat, war man in der selben Zeitzone. Das heißt volle Besetzung in Stockholm war verfügbar, der Standort nur zwei Stunden mit dem Flugzeug entfernt. Davon kann man sich nun verabschieden. Ich persönlich gehe von einer 30-40% kleineren Spielerbasis nach dem Zusammenschluss und vielen Kinderkrankheiten im ersten Jahr aus.
Wie geht es also aller Voraussicht nach weiter? Ich gehe davon aus das Bwin Poker das Ongame Network 2011 verlassen und alle seine Spieler mitnehmen wird. Dadurch wird das Netzwerk erheblich geschwächt werden, denn Bwin ist dort der größte Poker Operator. Das wiederum kann einen unerwünschten Domino Effekt haben, da der zweitgrößte Operator Betfair hauptsächlich wegen Bwin an Bord gekommen ist. Ongame steht also recht stark unter Druck neue Anbieter für das Netzwerk zu finden, um den Verlust von Bwin zu kompensieren und das Netzwerk für die verbleibenden Poker Anbieter weiterhin attraktiv zu halten. Darüber hinaus erschwerend ist das Abwandern vieler Ongame Mitarbeiter, besonders aus dem Bereich Software Entwicklung. Sehr viele meiner Kollegen haben wie ich die Firma verlassen, seit bekannt wurde das Bwin nicht weiter mit Ongame plant. Für mich persönlich hat Ongame einfach keine Perspektive geboten, sowohl in persönlicher Weiterentwicklung als Software Entwickler, als auch finanziell. In der IT-Boom Town Stockholm ist der Weg zum nächsten Arbeitgeber im Online Gaming Bereich keine 200 Meter weit entfernt. Software Entwickler, sogar die Schlechten, finden ohne Probleme einen neuen Job. Bleibt zu hoffen, dass Ongame das Ruder noch rum reißen kann. Mit dieser Abwanderungsrate wird es irgendwann schwierig, ein problemfreies Pokernetzwerk zu unterhalten. Von der Entwicklung neuer Features ganz zu schweigen.
Bwin.party auf der anderen Seite wird auch zu kämpfen haben. Zunächst einmal wird sich die Anzahl der Spieler von Bwin und Party Poker nicht verdoppeln. Viele Spiele besaßen vorher einen Account bei beiden Anbietern. Dazu kommt, dass bei einem Zusammenschluss auch viele Spieler abspringen. Entweder weil sie keine Lust haben, gegen die Bwin.party Hochzeit sind oder es einfach nicht hinkriegen der Umwandlung ihres alten Account zuzustimmen. Danach wird es sicherlich viele technische Probleme geben, da hier zwei ehemals unabhängige Pokersysteme miteinander verschmolzen werden. Da Party Poker seine IT-Entwicklung in Indien zu sitzen hat, muss sich Bwin auch hier umstellen, schon allein wegen der Zeitzone, der Verständigung etc. Wenn bisher in Wien die Luft brannte, weil mal wieder irgendwas mit dem Ongame Network nicht funktioniert hat, war man in der selben Zeitzone. Das heißt volle Besetzung in Stockholm war verfügbar, der Standort nur zwei Stunden mit dem Flugzeug entfernt. Davon kann man sich nun verabschieden. Ich persönlich gehe von einer 30-40% kleineren Spielerbasis nach dem Zusammenschluss und vielen Kinderkrankheiten im ersten Jahr aus.
Re: Die Zukunft von Bwin Poker
Sehr interessanter Einblick in die Zukunft bei bwin.party.
Was hältst Du eigentlich als ehemaliger Mitarbeiter von den Änderungen am bwin-Partnerprogramm?
Das hat ja, aus meiner Sicht nicht zu unrecht, für ein wenig Aufruhr unter uns Webmastern geführt.